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Museum Stift
Wilhering – Sammlung Fritz Fröhlich
Umbau von ca. 500 m2 Erdgeschoßfläche im
Meierhof neben der Stiftskirche
1.
Beschreibung Bestand
Der Meierhof schließt den Stiftshof Richtung Norden zur
Donau hin ab. Der eingeschoßige Bau ist durch ein 40 Grad geneigtes
Satteldach einheitlich und U-förmig geschlossen. Das Erdgeschoß ist
meist mit einer tonnenförmigen Gurtgewölbedecke überdeckt und nur an
einzelnen Stellen unterkellert. Die Fensteröffnungen sind in der Decke
durch Gewölbekappen eingeschnitten. Die Mauerstärke der Außenmauern
beträgt meist 1 m. Die Mauerbeschaffenheit zeigt meist Steinmauerteile,
die im Laufe der Zeit durch zahlreiche Umänderungen in Ziegel und Stein
ergänzt wurden. Der Boden besteht nur mehr örtlich aus altem Material
und wurde vermutlich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts durch
verschiedene Nutzungen im landwirtschaftlichen Bereich verändert. Im
Mittelteil befindet sich noch ein Bereich mit alten Stein- und
Ziegelplatten, wo eine Jahreszahl 1855 angeführt ist. Dieser Teil ist
jedoch eines der ältesten Zeugnisse im Bereich des Fußbodens. Im
nördlichen Teil des Museums befand sich eine große Entwässerungsrinne
aus der Zeit der Nutzung als Kuhstall. Im südlichen Teil des Museums
waren zahlreiche Einbauten wie eine aufgelassene Kühlzelle, Reste einer
Selche, ein Büroraum und Lagerräume mit unzähligem Unrat wie Matratzen,
Betten und sonstigen desolaten Möbelstücken. Im Dachraum über diesem
künftigen Ausstellungsraum befindet sich ein ehemaliger Backofen aus dem
19. Jahrhundert mit den Resten einer Backstube. Dort sind noch
interessante Gebrauchsgegenstände aus früherer Zeit vorhanden und auch
zu besichtigen. Mittelalterliche Granitgewände und sonstige Reste von
Granitteilen sind zahlreich vorhanden, jedoch sind diese oft beschädigt
oder willkürlich in der Lage geändert und so dem barocken
Gestaltungswillen untergeordnet worden.
2.
Beschreibung Denkmalschutz
Bei der Besichtigung durch das Denkmalamt mit Frau
Hofrat Knall wurde die Struktur für den Umgang mit dem historischen
Gebäude festgelegt. Eine Analyse des Bestandes anhand von historischen
Schriften im Stift und der Beurteilung von freigelegten Mauerflächen
lässt folgende Deutung zu: im Mittelalter war der Boden um ca. 1 m
tiefer gewesen und im Bereich des jetzt geschlossenen Meierhofes sind
einzelne zweigeschoßige Häuser gestanden, die Bäckerei und sonstige
Wirtschaftsfunktionen beinhaltet haben. Die historischen Fenstergewände
sind zum Teil erhalten. Im Inneren sind Ansätze von Gewölben sichtbar,
die um einiges tiefer situiert sind als das nun bestehende Gewölbe. Der
Boden wurde bis ca. 40 cm unter der jetzigen Fußbodenoberkante
untersucht, und es wurde kein historischer Bestand gefunden. Es ist
nicht ausgeschlossen, dass weiter unten noch historische Reste
auffindbar sind, jedoch wurde auch aus der Sicht des Denkmalamtes darauf
verzichtet, weitere Ausgrabungen zu tätigen. Über die Ausführung der
Fensterkonstruktionen, der Putzbeschaffenheit und des Bodens wurden mit
dem Denkmalamt Entscheidungen getroffen.
3.
Beschreibung Raumkonzept und Technik
Der Bestand bietet zwei große Ausstellungsräume mit ca.
130 und 150 m2 Nutzfläche. Im mittleren Bereich und im
Nordtrakt sind je ein ca. 40 m2 großer Ausstellungsraum
vorhanden. Im Osten ist ein 50 Jahre alter zweigeschoßiger Anbau, der in
Zukunft die Haustechnik mit den WC-Anlagen im Erdgeschoß und vier
kleinere Sammlungsräume im Obergeschoß mit Einzelgrößen von ca. 15 m2
beinhalten wird. Von den beiden großen Ausstellungsräumen wird der
südliche (kirchennahe) Raum für die Dauerausstellung Fritz Fröhlich
verwendet, der nördliche wird für Wechselausstellungen verwendet. Der
Eingang zu den Ausstellungsräumen wird zwischen den beiden großen
Ausstellungsräumen erfolgen, wo ein bestehender weiterer Gewölberaum
diese Nutzung unterstützt. Der Zugang und die Erschließung der
Museumsflächen werden rollstuhlgerecht ausgeführt. Die WC-Anlagen sind
durch einen zweiten Eingang auch vom anderen Hof aus erreichbar, wodurch
eine zusätzliche Nutzung für die im Sommer stattfindenden Theaterabende
gewährleistet ist. Die Außenwände sind direkt ohne Feuchtigkeitstrennung
mit dem Erdreich verbunden, und es wird auch in Zukunft eine
Dampfdiffusion vom Erdreich zum Rauminneren erfolgen. Es wird eine
Zwangslüftung mit Wärmerückgewinnung in der Größenordnung von 400 m3/h
Luftwechsel für den Teil der Dauerausstellung eingebaut, um den
Feuchtigkeitsgehalt der Luft auf 60% zu beschränken. Eine Beheizung im
Winter ist vorgesehen, sodass die Raumtemperatur auch im Winter auf ca.
18 bis 20 Grad gehalten werden kann. Die Beheizung erfolgt über die neu
errichtete hauseigene Heizungsanlage, die mit Hackholzgut zum großen
Teil aus den Stiftswäldern beheizt wird. Der Erdgeschoßbereich, der für
Ausstellungen genutzt wird, wird zu einem eigenen Brandabschnitt in
einer Größe von ca. 500 m2 zusammengefasst und vom
Dachgeschoß brandschutzmäßig getrennt.
4.
Beschreibung Material
4.1.
Wände und Decken: Kalkputz mit weißer Kalkfarbe gefärbelt. Im
untersten Putzbereich bis knapp über Fußbodenoberkante bleibt die
Außenwand unverputzt, um die Feuchtigkeitsabgabe zu verbessern.
4.2.
Außenwände außen: aufgrund einer wesentlichen Forderung des
Bundesdenkmalamtes wurden die West- und Ostfassade des
Ausstellungsflügels des Meierhofes verputzt. Der Wandputz schützt das
Steinmauerwerk vor Beschädigung der Mauerfugen, die für die Statik von
Bedeutung sind.
4.3.
Fenster und Steingewände: Die aus meist älteren Gewändeteilen
zusammengesetzten Fensterumrandungen bleiben alle erhalten. Die
Gitterstäbe werden ergänzt. Die Fensterkonstruktionen im östlichen Anbau
bleiben erhalten, die übrigen Fenster werden als Kastenfenster in weißem
Kiefernholz erneuert.
4.4.
Die Außentüren (Rahmenstockkonstruktionen mit horizontal
gegliederten Holzausfachungen) werden instandgesetzt und dort, wo keine
Türe vorhanden, in derselben Art und Weise nachgebaut. Die Außentüren
werden während der Betriebszeit offen stehen, um eine bessere Belichtung
in das Innere des Museums zu führen. Es sind daher im Inneren weitere
Portale in Holz vorgesehen, sodass ein thermischer Abschluss zum Museum
die weitgehende Erfüllung baurechtlicher Normen gewährleistet.
4.5.
Die Bodenfläche wird zum Mauerwerk hin mit einem eigenen
Sockel getrennt, sodass die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk nicht in den
Holzboden eindringen kann. In den großen Ausstellungsräumen wird ein
geölter Eichenboden verlegt. Die Rampenflächen werden mit
Granitstöckelpflaster belegt.
4.6.
Die Ausstellungsgestaltung wird von Univ.-Prof. Dr. Martin
Hochleitner im Zusammenwirken mit einem darauf spezialisierten
Hersteller geplant und ausgeführt.
5.
Daten
5.1.
gesamte neu adaptierte Nutzfläche: 522 m2
5.2.
Baukosten ohne Mehrwertsteuer: 506.474,- Euro
5.3.
Bauzeit: 7 Monate
5.4.
Boden und Deckenfläche wurden mit einer Wärmedämmung
ausgestattet. Der U-Wert der Gesamtkonstruktion Decke beträgt 0,2, die
Bodenfläche 0,4. Die Wandflächen wurden mit Kastenfester mit guter
Wärmedämmung versehen, die 1,2 m dicken Außenwände konnten aufgrund des
Bauteilschutzes nicht isoliert werden.
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